Samstag, 25. Juni 2016

[Rezension] Jasmin Romana Welsch – Absolution „Wie man eine Sünde überlebt“

Seitenanzahl: 207
Preis: 12,95 €



 Mein Name ist Sixten. Ich denke, ich war ein durchschnittlicher Absteiger: unterbezahlt, launisch und auf das Leben und die ach so verkommene Welt schlecht zu sprechen. Da war mein kleines Drogenproblem, diese nervenaufreibenden Sitzungen bei Doktor Mattson und mein Kumpel Nils, der seit der Grundschule nicht gelernt hat, länger als zehn Stunden sauer auf mich zu sein. Summa summarum war mein Leben Mist, aber unkompliziert genug, um den Pessimismus in die tägliche Routine einfließen zu lassen. Ich hätte genau so weitergemacht, wäre nicht alles plötzlich unwirklich geworden. Auf einmal soll ich ein Todsünder sein und der Sklave eines Dämons werden das behauptet zumindest die sprechende Katze, die will, dass ich sie Meisterin nenne. Vielleicht habe ich auch einfach Wahnvorstellungen von der Kokserei bekommen. So oder so, mein Leben braucht eine Kehrtwende. Dann muss ich mich eben damit abfinden, dass es Himmel und Hölle gibt, auch wenn ich bisher Atheist war. Ich war ja auch ein gefühlskaltes Arschloch und finde mich jetzt damit ab, dass ich die Dämonen-Katze, die meine Seele verschachern will, irgendwie mag. Einer von uns wird trotzdem verlieren. Am Ende bin ich vielleicht tot, verrückt oder clean, aber das müsst ihr schon selbst herausfinden.


Das Ticken der Uhr scheint lauter und langsamer geworden zu sein.


Der einzigartige Schreibstil von Jasmin Romana Welsch hatte mich bereits nach den ersten Seiten für sich eingenommen. Er ist herrlich düster und sarkastisch, aber dennoch herzergreifend. Es gab direkt mehrere Stellen an denen ich nicht nur schmunzeln, sondern laut auflachen musste und genauso haben andere Stellen mein Herz zu tiefst berührt.

Sixten ist alles andere als der typische Held, der immer alles richtig macht. Er ist voller Fehler und besonders das liebe ich an ihm. Seine Geschichte ist so außergewöhnlich wie er selbst. Aber nicht nur der Protagonist konnte mich völlig von sich überzeugen, sondern auch sämtliche größere und kleinere Nebenrollen. Sie haben alle Besonderheiten, die sie greifbar und realitätsnah machen. Ich könnte mich nicht entscheiden wen von ihnen ich am liebsten mochte.

Die Handlung ist ungemein spannend, sodass ich zu keinem Zeitpunkt sagen konnte, wohin die Reise gehen würde. Für mich hätte die Geschichte von Sixten noch ewig weitergehen dürfen, einfach nur, um weiter seinen verrückten Gedankengängen folgen zu dürfen.


Ein großartiger Roman, der aus der Masse heraussticht und vielleicht deshalb nicht etwas für jeden ist, aber mich umso mehr von sich begeistern konnte. UNBEDINGT lesen! 


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