Donnerstag, 20. August 2015

[Rezension] Rachel Ward – Der Tod im Blick (Numbers 1)

Seitenanzahl: 363
Preis: 8,95 €
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Augen, so heißt es, sind das Fenster zur Seele. Doch wenn Jem in fremde Augen blickt, sieht sie eine Zahl. Und die ist unauslöschlich. Denn die Zahl ist ein Datum. Der Tag, an dem ihr Gegenüber sterben wird. Diese Gewissheit hat Jem seit dem Tod ihrer Mutter. Deshalb meidet sie Menschen. Ist am liebsten allein. Bis sie Spinne kennenlernt - und mit ihm das Leben. Jem ist glücklich, zum ersten Mal. Doch als die beiden zum Riesenrad, dem London Eye fahren, passiert es - um sie herum haben alle dieselbe Zahl. Jem weiß: Etwas Furchtbares wird passieren. Heute. Hier. Fluchtartig verlassen Spinne und sie das Gelände. Und lösen damit eine Kettenreaktion aus. Spinne und Jem werden zu Gejagten. Von der Polizei, den Medien, den Menschen. Und Spinnes Todestag rückt näher und näher ...


 Es gibt bestimmte Orte, wo wir uns rumtreiben.


Als ich den Klappentext zu „Numbers – Der Tod im Blick gelesen“ habe, hatte ich etwas völlig anderes erwartet als das, was ich bekommen habe. Erwartet habe ich eine action- und spannungsgeladene Geschichte mit Elementen aus dem modernen Fantasybereich. Bekommen habe ich sehr viel mehr! „Numbers“ ist spannend, aber zugleich sehr gefühlvoll und emotional. Es ist beinahe ein Roadtriproman, gesüßt mit einer herzzerreißenden Liebesgeschichte und verfeinert mit einer Spur Drama.
Die Protagonistin Jem sticht dabei durch ihre Einzigartigkeit hervor. Sie ist nicht das typische nette Mädchen, das völlig unschuldig in eine blöde Situation gerät und dann um das Überleben der Menschheit kämpfen muss. Die Menschheit ist ihr eigentlich ziemlich egal, sie wünscht sie lediglich für sich selbst ein normales Leben und hat die Hoffnung darauf bereits beinahe verloren. Sie zeichnet sich durch Sarkasmus, eine tiefe Verletzlichkeit und ihr harte Schale aus. Obwohl es nicht leicht ist durch ihre Abwehrhaltung Zugang zu ihr zu finden, konnte ich sie vom ersten Moment an verstehen. Sie ist kein Charakter mit dem man sich identifizieren können muss, ein bisschen Einfühlungsvermögen reicht schon aus um ihre Handlung nachvollziehen zu können.
Das Ende des Bandes habe ich zwar geahnt, aber dennoch nicht in dieser Umsetzung erwartet. Es war spannend, überraschend, tragisch und dennoch gelungen.
Der einzige negative Punkt, der mir zu „Numbers“ einfallen würde, ist, dass der Schreibstil von Rachel Ward etwas gewöhnungsbedürftig ist. Sie spricht den Leser teilweise direkt an. Da sich dies jedoch nicht durch den gesamten Roman zieht, sondern nur stellenweise passiert und dann auch nicht besonders gekennzeichnet ist, stolperte ich beim Lesen etwas über diese Passagen.


„Numbers – Der Tod im Blick“ bietet viel mehr als sich auf den ersten Blick erahnen lässt: Roadtrip, Liebesgeschichte, Drama, Actionthriller und moderne Fantasy. Ein gelungener Roman mit einer ganz besonderen Protagonistin. 


Kommentare:

  1. Hey :)

    Nachdem Carlsen ja hauptsächlich als Kinder- & Jugendbuchverlag bekannt ist, würde mich hier tatsächlich mal die Altersempfehlung interessieren :). Es klingt nach einer spannenden Geschichte, aber auch nach Thriller, deswegen ...

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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    1. Ich würde es auf jedenfall als Jugendbuch einordnen. Etwa ab 14 Jahre, da das Thema doch eine gewisse Reife erfordert ;-)

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