Montag, 8. Juni 2015

[Rezension] James Oswald – Das Mädchenopfer



Seitenanzahl: 466
Preis: 9,99 €
Kaufen: Amazon, Thalia


In Edinburgh werden im Kellerraum eines alten Hauses die entsetzlich zugerichteten Gebeine eines jungen Mädchens entdeckt. Ringsum befinden sich sechs Wandnischen – darin sechs Schmuckstücke und die konservierten Organe des Opfers. Die Polizei misst dem Fall keine besondere Bedeutung bei, geschah der Mord doch vor mehr als 60 Jahren. Nur Detective Inspector Anthony McLean lässt das schreckliche Schicksal des Mädchens keine Ruhe. Bald stößt er auf eine Verbindung zu einer blutigen Mordserie, die seit Kurzem die Stadt erschüttert, und kommt auf die Spur einer unvorstellbar bösen Wahrheit ...


„Er hätte nicht anhalten sollen.“


„Das Mädchenopfer“ von James Oswald beginnt nicht wie für viele Thriller üblich mit der Beschreibung eines schaurigen Mordes oder Verbrechen, sondern baut seine Stimmung langsam auf. Zuerst lernt der Leser den Protagonisten Detective Inspector Anthony McLean und seine Mitspieler kennen. Leider habe ich es über den gesamten Roman nicht geschafft eine Verbindung zu McLean aufzubauen. Ihm ist schon viel Schlimmes in seinem Leben widerfahren und trotzdem gibt er nicht auf. Er ist ein Kämpfer, der nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Fälle kämpft. Selbst Fälle, die anderen Detectives zugeteilt wurden, lassen ihn nicht kalt und er ermittelt auf eigene Faust. Ohne sein Engagement wären die Morde wohl nicht aufgeklärt worden. Dieser Perfektionismus ist, was mich am meisten an ihm als Protagonisten gestört hat. Er ist derjenige, der immer die richtige Eingebung hat, der alle Fälle löst, der alles gibt, der alles ahnt, der alles kann… Ich hätte eine Arbeit im Team mit den anderen Rollen harmonischer und realistischer gefunden, als einen Einzelkämpfer gegen das gesamte Polizeirevier.
In dem Roman geht es um direkt Fälle, die scheinbar in keinem Zusammenhang zueinander stehen. Dadurch, dass es direkt drei Fälle sind, gibt es eine große Menge an Opfern und Verdächtigen. Mir waren es oft zu viele, sodass es mir schwerfiel sie auseinander zu halten oder eigene Vermutungen anzustellen, dabei ist es das, was gerade einen Thriller interessant macht.
Die Verbindung der Fälle ist jedoch gut geglückt und ergibt ein stimmiges Gesamtbild. Die Auflösung gefiel mir jedoch weniger. Zum einen empfand ich einen Teil davon vorhersehbar und der andere Teil hatte ich übernatürliche Dimensionen, was ich an einem Thriller nicht mag, weil dabei meiner Meinung nach die Realitätsnähe verloren geht.


„Das Mädchenopfer“ von James Oswald ist derAuftakt einer Serie, die ich jedoch nicht weiter verfolgen werde. Der Schreibstil ist sehr gut und die Geschichte stimmig, aber das Buch hatte mir zu viele Längen und der Protagonist war mir leider nicht symphytisch. 


Kommentare:

  1. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe. Und zwar genau hier:

    http://nellysleseecke.blogspot.com/2015/07/das-madchenopfer-von-james-oswald.html

    Viele liebe Grüße, Nelly

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo liebe Nelly =)

      Ich habe absolut nichts dagegen. Ganz im Gegenteil: Ich fühle mich sogar geehrt. Vielen Dank dafür <3

      Löschen