Dienstag, 26. Mai 2015

[Rezension] Richard Laymon – Der Killer

Seitenanzahl: 272
Preis: 9,99 €
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Als die Journalistin Lacey eines Abends in einem kleinen Supermarkt einkaufen will, findet sie sich in einem Albtraum wieder. Schwer verletzt kann sie einem unheimlichen Killer entkommen. Doch dies ist erst der Anfang. Auf ihrer verzweifelten Flucht kommt Lacey einer Kultgemeinschaft auf die Spur, die verbotene Riten abhält. Um die Entfesselung unvorstellbaren Grauens zu verhindern, muss die junge Frau alle Grenzen hinter sich lassen.


„In der Nacht, in der alles begann, verließen Frank und Joan Bessler die drückende Hitze ihres Hauses und gingen vier Straßen weiter zu Hoffmans Supermarkt.“


Anders als in vielen Thrillern übrig, startet „Der Killer“ nicht mit der Schilderung eines Verbrechens, sondern die Stimmung wird langsam aufgebaut durch eine unheimliche Begegnung, die den Leser ahnen lässt, dass schon bald schlimmeres folgen wird. Mir hat das erste Kapitel wirklich gut gefallen. Ich mochte sowohl den Handlungsaufbau als auch den Schreibstil von Richard Laymon. Leider hat sich danach die Geschichte immer weiter in eine Richtung entwickelt, die ich nicht nachvollziehbar und geradezu entsetzlich finde. Ich lese wirklich gerne Thriller und kann auch mit der Brutalität, die meist Bestandteil ist gut umgehen, jedoch erwarte ich dabei eine Realitätsnähe, die mir in „Der Killer“ leider völlig gefehlt hat. Der gesamte Roman ist nicht nur durchzogen von sexistischen Beschreibungen (jede weibliche Person wird auf eines oder mehrere Körperteile reduziert und bleibt charakterlich beinahe leer), sondern auch vielen Sexszenen, Orgien oder Vergewaltigungen, in denen die Opfer den brutalen Übergriff letztendlich doch genießen. Die Protagonistin wird innerhalb weniger Stunden von einem Täter direkt dreimal grausam vergewaltigt und nicht einmal drei Tage später ist sie bereits wieder heiß auf einen anderen Mann, während die Wunden ihrer Vergewaltigung noch nicht einmal verheilt sind. So eine Schilderung empfinde ich nicht nur fern jeder Realität, sondern entsetzlich. Es gibt kaum etwas schlimmeres, was einer Frau zustoßen kann und Richard Laymon verharmlost dies völlig in seinem Roman. Mich macht so etwas wütend und mir fehlt jedes Verständnis dafür, sodass es mir schwer fiel mich auf den Rest der Geschichte zu konzentrieren.
Die Handlung hebt sich durch überraschende Wendungen von gängigen Thrillern ab, jedoch sollte man als Leser offen für übernatürliche Elemente sein, um Freude daran finden zu können. Auch hier fehlt es leider etwas an Realitätsnähe.
Das Ende konnte mich leider ebenfalls nicht überzeugen, da sich die Ereignisse überschlugen und mir alles etwas zu durcheinander wurde.
Ich schreibe nicht gerne schlechte Rezensionen, da ich weiß wieviel Arbeit in einem jeden Roman steckt und ich finde das alleine dafür ein Autor höchste Achtung verdient hat. Aber für mich wird es der erste und letzte Roman von Richard Laymon gewesen sein, da mir seine Haltung gegenüber gewissen Themen einfach fremd ist. Ich bin jedoch sicher, dass es Leser gibt, die daran Gefallen finden können, das beweist alleine die Tatsache wie viele Bücher Herr Laymon bereits erfolgreich veröffentlicht hat.


Ich kann „Der Killer“ leider nicht weiterempfehlen, da mir die Handlungsinhalte, die Charaktere und das Ende des Buches nicht gefallen haben. Das Einzige, was ich als lobenswert empfinde ist der Schreibstil von Richard Laymon. 


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