Mittwoch, 13. Mai 2015

[Rezension] Josh Malerman – Bird Box

Seitenzahlen: 318
Preis: 19,99 €
Kaufen: Amazon, Thalia


Malorie ist hochschwanger, als immer mehr Menschen aus aller Welt von einem schrecklichen Wahnsinn befallen werden und sterben. Gleichzeitig häufen sich die Meldungen von etwas Unheimlichem, dessen bloßer Anblick die Raserei auslösen soll. Schon bald herrscht überall gespenstische Ruhe. Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen versprengten Gruppen zusammengefunden und verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Malorie versucht alles, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen – in einer Welt, die von vier Wänden und verdunkelten Fenstern begrenzt wird. Und in der man den Tod erblickt, sobald man nur die Augen öffnet …


„Malorie steht in der Küche und überlegt.“


Als ich „Bird Box“ angefangen habe zu lesen, rechnete ich mit einem Thriller oder einem Horrorroman im Stil von „Die Vögel“, doch das Buch stellte sich schon nach den ersten Kapiteln als gelungene Dystopie heraus. Die Geschichte wird aus der Sicht der schwangeren Malorie erzählt, die anfangs eher eine zurückhaltende Person ist, die den ganzen Irrsinn nicht wahrhaben und nicht an sich heranlassen möchte. Bis zum Schluss hofft sie darauf, dass sich alles aufklären wird und es eine logischere Erklärung gibt als dass die Menschheit dem Wahnsinn verfallen ist. Erst als ihr keine andere Chance mehr bleibt, wagt sie es Initiative für sich selbst und ihr ungeborenes Kind zu ergreifen. Im Verlauf des Romans wächst sie zu einer starken Persönlichkeit heran. Ihre Wandlung kommt nicht überraschend, sondern als logische Folge.
Auch die Spannung steigt im Verlauf des Romans. Die bedrohliche Stimmung ist von Anfang an spürbar und man sucht nach einer Auflösung. Das Buch wird abwechselnd aus der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt, sodass nie Längen in der Geschichte aufkommen.
Das Buch hat mir bis zum Schluss gut gefallen, nur war ich von dem Ende leider etwas enttäuscht. Es erscheint mir zu einfach und ich vermisse eine abschließende Erklärung. Was ist nun Realität und was ist Einbildung der Menschen? Natürlich kann man sich als Leser dazu selbst seine Gedanken gemacht, aber ich hätte mir eine eindeutigere Auflösung gewünscht.


„Bird Box“ ist eine spannende Dystopie mit Thriller Elementen. Die Idee ist neu und abwechslungsreich. Lediglich der Schluss hätte für meinen Geschmack etwas mehr Erklärung bedurft.



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