Montag, 27. April 2015

[Rezension] Benjamin Constable – Die drei Leben der Tomomi Ishikawa



Seitenanzahl: 384
Preis: 18,95 €
Kaufen: Amazon, Thalia


Tomomi Ishikawa ist tot. Sie hat sich umgebracht, so steht es in dem Abschiedsbrief an ihren Freund Ben Constable. Doch Tomomi weigert sich hartnäckig, in Frieden zu ruhen. Stattdessen hinterlässt sie Ben eine Menge rätselhafte Botschaften, die ihn, ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd, durch Paris, New York und Tomomis Vergangenheit führen. Ben würde gerne glauben, dass es sich bloß um ein Spiel handelt, dass die Geschichten, die Tomomi ihm hinterlassen hat, nur Ausgeburt ihrer Fantasie sind, doch dann offenbaren sie ihm ein grausames Geheimnis. War Tomomi Ishikawa in Wahrheit eine Serienmörderin? Und ist sie tatsächlich tot? Bald weiß Ben nicht mehr, was Fiktion und was Realität ist.


„Ich würde gerne eine Buch schreiben, in dem du und ich die Hauptfiguren sind“, sagte ich zu Tomomi Ishikawa und schob gedankenverloren die Sachen auf dem Tisch zurecht.


„Die drei Leben der Tomomi Ishikawa“ ist eines der Bücher bei denen ich schon nach wenigen Seiten absolut verliebt war. Der Schreibstil von Benjamin Constable ist ein Gedicht! Es ist völlig egal worüber er schreibt, es ist ein purer Genuss Satz für Satz zu lesen. Seine Worte zergehen auf der Zunge wie Schokolade.
Mit diesem Roman hat er zwei wundervolle einmalige Personen geschaffen. Auf der einen Seite die geheimnisvolle Tomomi Ishikawa, die zum einen verrückt zu sein scheint, aber zum anderen vor herzerwärmender Ideen übersprudelt. Auf der anderen Seite Benjamin Constable, der den Namen des Autors trägt, der sich von Tomomi genauso hat verzaubern lassen wie der Leser. Er ist der Symphatieträger, seine Handlungen sind nachvollziehbar. Er versucht Licht in die Schatten zu bringen, die Tomomi ihm hinterlassen hat. Dabei wagt er einiges, aber verliert nie den Bezug zur Realität.
Der Verlauf der Geschichte ist nicht vorhersehbar und immer wieder für eine überraschende Wendung gut. Gerade wenn man glaubt, man wüsste nun alles, ergibt sich eine völlig neue Verbindung, die alles auf den Kopf gestellt.
Das Ende war für mich überraschend und traurig, aber dennoch schlüssig. Ein paar Fragen bleiben offen, was aber nicht schlimm ist, da man sie sich selbst so beantworten kann wie man es möchte. Nicht alles muss aufgeklärt werden, manche Punkte dürfen der Fantasie des Lesers überlassen werden.


„Die drei Leben der Tomomi Ishikawa“ von Benjamin Constable ist ein wundervoller Roman mit einem geradezu poetischen und feinfühligen Schreibstil. Das Buch ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe und absolut einzigartig. Eine Geschichte, die einen für einige Stunden in das Leben einer anderen Person versetzt und völlig gefangen nimmt. Ich wünsche mir, dass es nicht das einzige Werk des großartigen Autors bleibt. 


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