Dienstag, 22. Januar 2013

[Rezension] Kristin Cashore - Die Königliche


Inhalt:

Seit dem Tod ihres tyrannischen Vaters ist Bitterblue die alleinige Herrscherin eines ganzen Königreichs. Während sie langsam in ihre Aufgabe hineinwächst, muss sie sich unausweichlich der Vergangenheit stellen: Wer war ihr Vater, König Leck, wirklich? Was gehört zu den Lügengebäuden seiner Herrschaft und was ist tatsächlich die Wahrheit? Für ihre Nachforschungen schleicht sich Bitterblue Nacht für Nacht verkleidet aus dem Schloss, schließt unter falschem Namen ungewöhnliche Freundschaften in den Straßen und Wirtshäusern und verstrickt sich ihrerseits in ganz neue Lügen ...
Aufbau und Handlung:
"Die Königliche" spielt aus der Sicht der jungen Königin "Bitterblue" und ist in der dritten Person geschrieben. Am Anfang des Romans verbringt sie ihre Nächte verkleidet als eine normale Bürgerliche in den Erzählstuben der Stadt um mehr über ihr eigenes Volk herauszufinden. Ihr Vater Leck und ehemaliger König war ein Tyran, der den Menschen viel Leid zugefügt hat. Er war ein Beschenkter, der in die Gedanken und Erinnerungen der Menschen eindringen konnte, um sie sich so gefügig zu machen. Viele erinneren sich deshalb nicht an seine Taten im Detail, sondern haben nur ein schlechtes Gefühl, wenn sie an ihn denken. So auch Bitterblue. Nur langsam kehren die schrecklichen Erinnerungen an ihren Vater zurück. Aber sie muss herausfinden, wer er war und was er ihrem Volk angetan hat, um seine Fehler ausgleichen zu können.
In den Erzählstuben lernt sie den Dieb Saf und seinen Freund, den Drucker Teddy kennen. Beide scheinen mehr über Bitterblues Königreich zu wissen als sie selbst. Sie freundet sich unter dem falschen Namen "Sparks" mit ihnen an, um so mehr zu erfahren.
Im Verlauf des Romans kehren auch alte Bekannte aus "Die Beschenkte" wie z.B. Katsa und Bo zurück.
Cover:
"Die Beschenkte" war der erste Roman, den ich von Kristin Cashore gelesen habe. Damals hat mir das schlichte, aber trotzdem edle und romantische Cover sehr gut gefallen. Jedoch finde ich, dass das Cover von "Die Königliche" sich diesem zu sehr ähnelt. Als ich mein Buch erhalten habe, dachte ich im ersten Moment ich hätte mich bei der Bestellung vertan und ein Buch bestellt, dass ich bereits habe. Ich hätte es schöner gefunden, wenn ein Cover in anderen Farbtönen, z.B. blau passend zu Bitterblues Namen, verwendet worden wäre.



Eigene Meinung:

Ich habe mich auf "Die Königliche" sehr gefreut, da mir bereits "Die Beschenkte" und "Die Königliche" von Kristin Cashore sehr gut gefallen haben. Der Anfang des Buches hat mich auch wie gewohnt gefesselt und direkt in seinen Bann gezogen, jedoch ließ diese erste Spannung leider recht schnell nach. Da viele Passagen aus meiner Sicht unnötig in die Länge gezogen wurden.
Die Liebesgeschichte zwischen Bitterblue und Saf kam für mich viel zu kurz, sodass ich mit keinem der beiden wirklich mitfühlen konnte.
Darüber, dass Bo und Katsa wieder vorkamen habe ich mich zwar gefreut, aber hätte ich "Die Beschenkte" nicht gelesen, hätte ich kaum etwas mit ihnen anzufangen gewusst. Auch so viel es mir schwer mich an ihre Geschichte zu erinnern, da es bereits min. zwei Jahre her ist, dass ich "Die Beschenkte" gelesen habe. Ihre weitere Geschichte wurde nur kurz angeschnitten, dabei wäre diese für mich viel interessanter gewesen als das eigentliche Buch. Ich hätte gerne mehr über den Rat und Katsas Reise in die Dells erfahren und es nicht nur nebenher wie ein Bericht geschildert bekommen.
Bitterblue selbst wirkte auf mich leider auch nicht sympatisch, sondern mehr wie eine Heulsuße. Ohne Frage hat sie schon viel schlimmes erlebt, aber als Leser möchte ich von Menschen lesen, die sich immer wieder auf die Beine kämpfen und zeigen, dass es immer weiter geht.
Zudem hatte der Roman für mich kein richtiges Ende, sondern alles hat sich irgendwie nach und nach aufgelöst. Es gab keinen wirklichen Höhepunkt.
Ihr merkt sicher schon, dass ich nicht unbedingt begeistert von dem Buch bin. Nichtsdestotrotz möchte ich Kristin Cashores Schreibstil loben. Dieser ist nämlich wie gewohnt fantastisch. Sie weiß mit Worten umzugehen und Bilder vor die Augen der Leser zu malen.


Fazit:

Ich kann "Die Königliche" nur Lesern empfehlen, die kurz davor die "Die Beschenkte" und "Die Flammende" gelesen haben. Zwar wird auch diesen der Unterschied deutlich auffallen, doch so kennen sie wenigstens noch die Geschichten aus den Vorbänden. "Die Königliche" ist für mich nicht als eigenständiger Roman zu sehen. Deshalb vergebe ich 3 von 5 Sternen.

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